Infothek

Montag, 18.05.26

Jahresabschlüsse von Unternehmen: Vorsicht bei „Fake-Zahlungsaufforderungen“

Bundeszentralamt für Steuern und Bundesamt für Justiz warnen immer wieder vor betrügerischen E-Mails mit Zahlungsaufforderungen. Unternehmen hätten angeblich ihre Jahresabschlüsse nicht veröffentlicht und sollten jetzt an die angegebene Bankverbindung überweisen. Tun Sie es nicht! Klicken Sie nicht auf irgendwelche Links! Öffnen Sie keine Anhänge! Auch, wenn viel Druck gemacht wird.

Montag, 18.05.26

Geld zurück: Ständig mit Handtüchern blockierte Pool-Liegen stellen Reisemangel dar

Das Amtsgericht Hannover qualifiziert dauerhaft mit Handtüchern blockierte Pool-Liegen im Urlaubshotel ohne Einschreiten des Hotelpersonals als Reisemangel im Sinne des § 651i BGB (Az. 527 C 9826/25). Es bestehe ein Anspruch auf Reisepreisminderung. Im entschiedenen Fall (Pauschalreise im August 2024 auf die griechische Insel Kos zum Preis von 7.186 Euro)

Montag, 18.05.26

Amtshaftung wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht – E-Bike-Fahrer bekommt bei Schlaglochunfall dennoch keinen Schadensersatz

Ein schwer beschädigter Straßenbelag kann eine Pflicht­ver­letzung der öffentlichen Hand begründen – insbesondere dann, wenn bekannte Schäden nur unzureichend behoben werden. Trotzdem führt auch ein solcher Pflichtverstoß nicht automatisch zu Schadensersatz. Dies hat das Landgericht Landau entschieden (Az. 3 O 186/23). Das Gericht stellte fest, dass sich die Straße in

Freitag, 15.05.26

Gebäudemodernisierungsgesetz vom Bundeskabinett beschlossen

Das Bundeskabinett hat am 13.05.2026 den Gesetzentwurf zur Gebäudemodernisierung (GModG) beschlossen. Der vom Bundeswirtschaftsministerium und Bundesbauministerium eingebrachte Entwurf sieht eine Neuorientierung bei der Effizienz und der Modernisierung im Gebäudesektor vor. Das GModG ersetzt die umstrittene 65-Prozent-Pflicht für Erneuerbare Energien beim Heizen. Es gibt nun wieder freie Heizungswahl: Wärmepumpen, Hybridheizungen, Biomasse,

Freitag, 15.05.26

Mobiles Arbeiten selbst vom Ausland aus möglich – Steuerliche Konsequenzen bedenken!

In Deutschland gilt der Grundsatz: Wer im Inland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, muss alle seine Einkünfte in Deutschland versteuern – egal, wo sie erzielt werden. Andere Jurisdiktionen haben ähnliche bzw. gleiche Regelungen, zum Beispiel in Österreich. Weil dann der deutsche und österreichische Fiskus auf das gleiche Einkommen zugreifen

Freitag, 15.05.26

Besonders schützenswertes Denkmal: Klimaschutz durch Solarenergie muss hinter dem Denkmalschutz zurückstehen

Das Verwaltungsgericht Ansbach entschied, dass in der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber keine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohnhauses errichtet werden darf (Az. AN 17 K 24.1695). Die Eigentümer wollten ihr Haus energetisch sanieren und dazu schwarze Solarpaneele auf dem Dach anbringen. In der Altstadt gilt jedoch Ensembleschutz und

Freitag, 15.05.26

Nachträgliche Verlustberücksichtigung in der Anlage KAP – Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof

Im konkreten Fall streiten die Beteiligten darüber, ob das beklagte Finanzamt verpflichtet ist, den Einkommensteuerbescheid 2020 nach Eintritt der Bestandskraft zu ändern und die seitens der A-Bank bescheinigten Verluste zu berücksichtigen. Am 11.03.2021 erteilte die A-Bank dem Kläger eine „Jahressteuerbescheinigung für das Jahr 2020“. Darin wurden für den Zeitraum vom

Mittwoch, 13.05.26

Lastschrifteinzug beim Finanzamt ratsam

Bei der Kfz-Steuer muss man inzwischen gleich bei der Zulassung ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen, ansonsten wird das Auto nicht zugelassen. Bei allen anderen Steuerarten sollte man das ebenfalls tun. Denn, wenn man ein Lastschriftmandat erteilt hat und auf dem Konto ausreichende Deckung besteht, fallen keine Säumniszuschläge auf fällige Steuerzahlungen an. Wenn

Mittwoch, 13.05.26

Werbungskostenabzug bei Dienstreisen mit Privatwagen statt Firmenwagen?

Der Bundesfinanzhof entschied, dass Aufwendungen für Dienstreisen mit dem Privatwagen in der Regel unangemessen und deshalb in voller Höhe nicht als Werbungskosten zu berücksichtigen sind, wenn der Steuerpflichtige über einen Firmenwagen verfügt und ihm bei dessen Nutzung keine Fahrtkosten entstanden wären (Az. VI R 30/24). Die Beteiligten streiten über die

Mittwoch, 13.05.26

„Abnehmspritze“ muss auch bei starkem Übergewicht und Hormonstörung nicht von der Krankenkasse bezahlt werden

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschied, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) das Medikament Mounjaro (Tirzepatid) außerhalb der Zulassung nicht übernehmen muss (Az. L 16 KR 161/26 B). Es liege keine verfassungswidrige Ungleichbehandlung vor, wenn z. B. übergewichtige Diabetes-II-Patienten das Medikament als Krankenkassenleistung bekommen. Eine 24-jährige Frau mit Hormonstörung und starkem Übergewicht wollte

Mittwoch, 13.05.26

Neuerungen: Verbraucherschutz bei Kreditverträgen

In seiner Sitzung am 08.05.2026 befasste sich der Bundesrat mit einem Beschluss des Bundestages, der zahlreiche Änderungen im Verbraucherkreditrecht vorsieht. Im Deutschen Bundestag wurde das Gesetz um eine Rechtsgrundlage für die Förderung von E-Autos ergänzt. Die verbraucherschützenden Vorschriften im Bürgerlichen Gesetzbuch gelten künftig auch für Kleinkredite bis 200 Euro, Darlehen

Dienstag, 12.05.26

Vollverzinsung der Umsatzsteuer gemäß § 233a AO verstößt nicht gegen Unionsrecht

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Vollverzinsung der Umsatzsteuer gemäß § 233a AO nicht gegen das Unionsrecht verstößt (Az. V R 7/24). Im konkreten Fall hatte das Finanzamt bei der Klägerin einen Vorsteuerabzug korrigiert, den die Klägerin zuvor zu Unrecht geltend gemacht hatte, was zu Steuernachforderungen und nach § 233a AO

Dienstag, 12.05.26

Anrechnung auf andere freiwillige Arbeitgeberleistungen steht der Steuerfreiheit von Corona-Sonderzahlungen nicht entgegen

Der Bundesfinanzhof entschied, dass Corona-Sonderzahlungen auch bei Anrechnung auf andere freiwillige Arbeitgeberleistungen steuerfrei sind. Voraussetzung ist jedoch, dass die Zahlungen vom Arbeitgeber zweckbestimmt zur Abmilderung der Belastungen durch die Corona-Krise gewährt wurden. Eine konkrete (individuelle) Belastung der begünstigten Arbeitnehmer durch die Corona-Krise ist nicht erforderlich (Az. VI R 25/24). Die

Dienstag, 12.05.26

„Stutenbissigkeit“: Bei Verletzungen greift die Tierhalterhaftung für Schadensersatz

Das Landgericht Köln entschied über einen Unfall auf einer Pferdeweide: Die Stute „Diva“ trat die Stute „Bella“, die dadurch schwer verletzt wurde. Behandlungskosten von knapp 8.000 Euro entstanden. Das Gericht stellte nach Zeugenbefragung und Gutachten fest: Diva hat Bella getreten, der Tritt verursachte die Verletzung. Damit greift die Tierhalterhaftung nach

Montag, 11.05.26

„Erste Tätigkeitsstätte“: Beschränkter Betriebsausgabenabzug für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte

Der Bundesfinanzhof hatte zu entscheiden, ob und welche Bedeutung dem Begriff der “ersten Tätigkeitsstätte” und den damit in Zusammenhang stehenden Regelungen für die Auslegung des Begriffs der Betriebsstätte im Sinne von § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG zukommt (Az. III R 18/25). Der Kläger war Selbstständiger und

Montag, 11.05.26

Gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Hotelzimmermieten bei einem Veranstalter für Konferenzen, Events und Reisen

Der Bundesfinanzhof entschied, dass nicht jeder Aufwand für die Anmietung von Hotelzimmern dem Gewinn aus Gewerbebetrieb hinzurechnen ist. Voraussetzung für die Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1e GewStG wäre, dass die Hotelzimmer dem (fiktiven) Anlagevermögen des anmietenden Gewerbebetriebs zuzuordnen sind. Ob eine solche Zuordnung zu erfolgen hat, hängt von den

Montag, 11.05.26

Sachgrundlose Befristung eines Arbeitnehmers unzulässig – Ausnahmen nur restriktiv möglich

Ein Arbeitgeber darf mit derselben Person in der Regel nur einmal einen sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrag schließen. Ein zweiter sachgrundlos befristeter Vertrag ist normalerweise unzulässig, auch wenn nur wenige Tage dazwischen liegen. Ein Kinobetreiber hatte einen Mitarbeiter erst als Filmvorführer befristet eingestellt und kurz danach erneut befristet, diesmal offiziell für Marketing.

Montag, 11.05.26

Lärmschutz von Einrichtung für Pflegebedürftige – Lärmgrenzwert darf nicht erhöht werden!

Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass für Pflegeeinrichtungen der strenge Lärmgrenzwert von 45 dB(A) am Tag, wie in der TA Lärm vorgesehen, gilt, auch wenn die Einrichtung nicht das ganze Gebiet prägt (Az. 7 C 2.25). Im konkreten Fall betrieb die Klägerin eine Teststrecke für Autos („Bilster Berg“) im Kreis Höxter. Etwa

Montag, 11.05.26

IN ARBEIT: Anhebung der Mindesthebesätze für die Gewerbesteuer

Das „Neunte Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften“ enthält für Gewerbetreibende und Selbstständige wesentliche Neuerungen u. a. aus dem Bereich der Gewerbesteuer. Unterschiedliche Gewerbesteuer-Hebesätze zwischen Städten und Gemeinden haben in der Vergangenheit häufig zu sog. Scheinsitzverlegungen geführt. Dabei wurde der Unternehmenssitz oder die Geschäftsleitung lediglich

Freitag, 08.05.26

Geplante Entlastungsprämie für Beschäftigte in Höhe von 1.000 Euro kann vorerst nicht in Kraft treten!

In der Sitzung des Bundesrats am 08.05.2026 fand die vom Bundestag beschlossene Änderung des Steuerberatungsgesetzes keine Mehrheit. Damit kann auch die geplante Entlastungsprämie für Beschäftigte in Höhe von 1.000 Euro vorerst nicht in Kraft treten. Die sog. Entlastungsprämie sollte es Arbeitgebern ermöglichen, ihren Beschäftigten steuer- und abgabenfrei bis zum 30.06.2027