Einkommensteuer

Freitag, 04.09.26

Familienanaloge Wohngruppe: Nicht jede Betreuung ist steuerfrei

Das Finanzgericht Münster entschied, dass die Steuerbefreiung nach dem Einkommensteuergesetz nicht greift, wenn die Betreuung in erheblichem Umfang durch zusätzlich beschäftigte pädagogische Fachkräfte erfolgt und die Vergütung die Erzielung eines nicht unerheblichen Gewinns ermöglicht (Az. 14 K 2262/22 E). Im Streitfall betreute die Klägerin vier Pflegekinder in ihrem eigenen Wohnhaus.

Donnerstag, 03.09.26

Bundeskabinett beschließt Einkommensteuerreform 2027

Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 auf den Weg gebracht, das Entlastungen von insgesamt rund zehn Milliarden Euro vorsieht. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums soll die Reform in zwei Stufen umgesetzt werden und ab 2028 vollständig wirksam sein. Vorgesehen sind unter anderem eine Anhebung des Grundfreibetrags, eine Abflachung der

Mittwoch, 02.09.26

Immobilienübertragung im Zuge einer Scheidung kann steuerpflichtig sein

Das Finanzgericht Münster entschied, dass die Übertragung von Miteigentumsanteilen an einem Mehrfamilienhaus und zwei Eigentumswohnungen im Zusammenhang mit der Scheidung als entgeltliche Veräußerung zu behandeln ist (Az. 8 K 901/23 E). Im Streitfall übertrug der Kläger seine hälftigen Miteigentumsanteile an den Immobilien auf seine damalige Ehefrau. Im Gegenzug verzichteten die

Freitag, 28.08.26

Abziehbarkeit von Verteidigerkosten nach § 12 Nr. 4 EStG – Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof

Das Niedersächsische Finanzgericht hat zu der bisher gerichtlich noch nicht entschiedenen Frage der Abziehbarkeit von Verteidigungskosten nach der Neufassung § 12 des Einkommensteuergesetzes (EStG) Stellung genommen (Az. 13 K 108/25). Im konkreten Fall hatte der Kläger in seiner Einkommensteuererklärung das Honorar eines Strafverteidigers als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger

Freitag, 28.08.26

Taggeld einer Schweizer Unfallversicherung unterliegt als steuerfreie Leistung dem Progressionsvorbehalt

Der Bundesfinanzhof hat zu der Frage Stellung genommen, ob die Leistung (Unfalltaggeld) aus der gesetzlichen schweizerischen Unfallversicherung nach einem Nichtberufsunfall, der sich nicht auf dem Arbeitsweg ereignet hat, bei einem Grenzgänger dem Progressionsvorbehalt unterliegt (Az. VI R 26/24). Im Streitfall lebte der Kläger in Deutschland und erzielte im Streitjahr 2018

Dienstag, 25.08.26

Ferienhaus: Kaufpreisaufteilung für die Gebäude-AfA bei Vermietung und Verpachtung

Das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht entschied, dass im Rahmen der Gebäude-AfA (Absetzung für Abnutzung) die im Kaufvertrag vorgenommene Kaufpreisaufteilung der Besteuerung zugrunde zu legen ist. Bei der Ermittlung der AfA-Bemessungsgrundlage sei im Einzelfall zu prüfen, ob nennenswerte Zweifel an der vertraglichen Aufteilung bestehen. Eine Korrektur sei geboten, wenn die vereinbarte Aufteilung die

Montag, 24.08.26

Erdgeschosswohnung eines landwirtschaftlichen Betriebs blieb Betriebsvermögen

Der Bundesfinanzhof musste klären, ob eine Erdgeschosswohnung auf Grund einer früheren Übergangsregelung des § 52 Abs. 15 Satz 6 EStG a. F. steuerfrei aus einem land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen entnommen werden konnte (Az. VI R 19/23). Im konkreten Fall hatte der Kläger den landwirtschaftlichen Betrieb im Jahr 2012 von seiner

Donnerstag, 20.08.26

Referentenentwurf für Einkommensteuerreformgesetz 2027 veröffentlicht

Das Bundesministerium der Finanzen hat einen Referentenentwurf für ein Einkommensteuerreformgesetz 2027 vorgelegt. Damit werden erste steuerliche Maßnahmen aus dem Programm der Regierungskoalition “Aufschwung und Beschäftigung” konkretisiert. Die wesentlichen Änderungen sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, weitere Anpassungen sind für 2028 vorgesehen. Der Entwurf sieht insbesondere folgende Änderungen vor:

Dienstag, 18.08.26

Schenkungsteuer erhöht nicht die AfA-Bemessungsgrundlage für vermietete Immobilien

Die auf den Erwerb einer Immobilie entfallende Schenkungsteuer stellt weder Anschaffungskosten noch Anschaffungsnebenkosten dar und erhöht daher nicht die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung (AfA). Zudem ist die Schenkungsteuer als Personensteuer nach § 12 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes einkommensteuerlich nicht als Werbungskosten abziehbar. So entschied das Finanzgericht Köln (Az. 2 K

Montag, 17.08.26

Aktivierungs- und Abschreibungsfähigkeit des kommerzialisierbaren Teils eines Namensrechts

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg entschied, dass der kommerzialisierbare Teil des Namensrechts einer Influencerin zwar ein steuerliches Wirtschaftsgut darstellt, in dem konkreten Fall jedoch weder aktiviert noch abgeschrieben werden kann (Az. 1 K 1124/25). Im vorliegenden Fall war zwischen den Beteiligten die Aktvierungsfähigkeit und Abschreibbarkeit des kommerzialisierbaren Teils des Namensrechts der Klägerin