Recht

Freitag, 20.03.26

Kostenpflichtiger Käuferschutz darf auf Internet-Plattform nicht voreingestellt sein

Das Kammergericht Berlin entschied, dass der Litauische Betreiber der Plattform Vinted UAB (Vinted) den kostenpflichtigen Käuferschutz nicht automatisch voreinstellen darf (Az. 5 U 87/22). Extrazahlungen für angebotene Zusatzdienste können nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Käufer wirksam vereinbart werden. Die Voreinstellung eines Zusatzentgelts sei unzulässig, egal ob die auf der Plattform

Freitag, 20.03.26

Keine Verarbeitung der ärztlichen Diagnosen in Erstattungsanträgen durch private Krankenversicherung zum Zweck des Angebots von Vorsorgeprogrammen

Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass private Krankenversicherungen die mit den Erstattungsanträgen eingereichten ärztlichen Diagnosen ihrer Versicherten nicht verarbeiten bzw. nicht dazu nutzen dürfen, um diesen für sie passende Vorsorgeprogramme anzubieten (Az. 6 C 7.24). Damit gab das Gericht dem Landesdatenschutzbeauftragten Rheinland-Pfalz recht und wies die Klage eines Versicherungsunternehmens ab. Im konkreten

Donnerstag, 19.03.26

Kein Mitverschulden bei Sturz vor unangeleintem Chihuahua

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat den Halter eines unangeleinten Chihuahuas zu Schadensersatz verurteilt, nachdem eine hochschwangere Frau in einem öffentlichen Park vor dem Hund zurückwich, stürzte und sich einen Bruch am Oberarm zuzog (Az. 13 U 1961/24). Im erstinstanzlichen Verfahren hatte das Landgericht Ansbach der Frau (Klägerin) noch ein erhebliches Mitverschulden

Donnerstag, 19.03.26

Unberechtigte Kündigung durch Vermieter verpflichtet zum Schadensersatz

Kündigt ein Vermieter ein Mietverhältnis, obwohl er hierzu nicht berechtigt ist, bestreitet er gegenüber dem Mieter in vertragswidriger Weise dessen Recht zum Gebrauch der Mietsache. Das Oberlandesgericht München bewertete dies als einen Verstoß gegen die nach § 241 Abs. 2 BGB bestehende Pflicht des Vermieters zur Rücksichtnahme. Dies löst einen

Mittwoch, 18.03.26

Arzt rechnet nach Fantasie-Gebührenziffer ab – Krankenkasse muss Kosten für Privatbehandlung nicht erstatten

Ärzte dürfen bei Privatbehandlungen keine Fantasie-Gebührenziffern auf Rechnungen setzen. Es muss eine Ziffer aus der offiziellen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sein. Daher müsse die Krankenkasse der Frau die Behandlungskosten nicht erstatten. So entschied das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (Az. L 4 KR 289/21). Im vorliegenden Fall ging es um eine gesetzlich Versicherte,

Mittwoch, 18.03.26

Kündigung wegen Kirchenaustritt – Strenge Anforderungen an kirchliche Arbeitgeber

Der Europäische Gerichtshof entschied, dass eine katholische Einrichtung einer Mitarbeiterin nicht ohne Weiteres aus dem alleinigen Grund kündigen kann, dass sie aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. Eine solche Kündigung setzt unter anderem voraus, dass die Anforderung, nicht aus dieser Kirche auszutreten, unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeit und in

Dienstag, 17.03.26

Kein Schmerzensgeld nach Sturz auf Kopfsteinpflaster in historischer Altstadt – Stadt hat Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt

Das Landgericht Koblenz verneinte einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Sturz auf historischem Altstadtpflaster. Die Klage auf Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld wurde abgewiesen. Die Stadt treffe zwar grundsätzlich die Verpflichtung, die Verkehrssicherheit des Weges als drittbezogene Amtspflicht zu gewährleisten, die Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht liege hier allerdings nicht vor (Az. 1 O

Dienstag, 17.03.26

Auch Anwalts-Honorarvereinbarung ohne Festlegung der einzelnen Tätigkeiten ist wirksam

Der Bundesgerichtshof hat in einem Grundsatzurteil entschieden, dass die Honorarvereinbarung nach Stundenlohn, die ein Rechtsanwalt mit einem Mandanten getroffen hat, auch dann wirksam ist, wenn im Text nicht ganz genau steht, für welche einzelnen Tätigkeiten sie gilt (Az. IX ZR 226/22). Der genaue Umfang könne durch Auslegung und äußere Umstände

Montag, 16.03.26

OLG Düsseldorf stärkt Fluggastrechte nach Flugannullierung wegen Corona-Pandemie

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass eine Fluggesellschaft verpflichtet ist, Fluggäste entsprechend ihren Buchungskonditionen zu einem späteren Zeitpunkt – im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten – zu befördern, wenn der ursprüngliche Flug wegen der Corona-Pandemie annulliert worden ist. Diese Ersatzbeförderung muss nicht schnellstmöglich nach der Annullierung gefordert werden, sondern lediglich innerhalb der

Montag, 16.03.26

EU-Parlament stärkt Schutz von Pauschalurlaubern – Rat muss vor Veröffentlichung noch zustimmen

Das EU-Parlament hat am 12.03.2026 grünes Licht für überarbeitete Vorschriften für Pauschalreisen und verbesserten Schutz für Urlauber gegeben. Wesentliche Punkte sind: Klarere Definition einer Pauschalreise, Regeln für die Verwendung von Gutscheinen und Stornierung ohne Strafgebühren, wenn außergewöhnliche Umstände am Zielort oder Abfahrtsort eintreten oder wenn diese die Reise erheblich beeinträchtigen.